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Bestattungen als Schatzsuche für das Vermächtnis
Manche Menschen haben ihr Leben als Reise verstanden. Für sie kann der Abschied selbst zu einem letzten gemeinsamen Weg werden. Die Schatzsuche für das Vermächtnis ist eine besondere Form der Trauerzeremonie, bei der Erinnerungen nicht nur erzählt, sondern gemeinsam erlebt werden.
Wenn Familie und Freunde zusammenkommen, eröffnet ein Zeremonienmeister den Abschied mit einfühlsamen Worten. Anschließend beginnt eine symbolische Reise durch das Leben des verstorbenen Menschen. Jeder Gast erhält eine kleine Tasche mit einer Schatzkarte, einem Kompass und ausgewählten Erinnerungsstücken, die durch diese Zeremonie begleiten.
Entlang der Route werden Orte aufgesucht, die für verschiedene Lebensabschnitte stehen. Kindheit, Erwachsenwerden, Berufsleben, Beziehungen und die letzten Jahre. An jeder Station ist Raum für stille Trauer, persönliche Gedanken oder gemeinsame Erinnerungen. Geschichten dürfen erzählt werden, Pausen entstehen ganz bewusst und geben dem Abschied Tiefe und Ruhe.
Am Ende dieser Schatzsuche steht kein materieller Fund, sondern das, was bleibt. Gemeinsame Erinnerung, Verbundenheit und das Gefühl, das Leben eines geliebten Menschen noch einmal achtsam gegangen zu sein. Eine Bestattung, die Abschied nimmt und zugleich Nähe schafft.







